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Kriegsreisende beschäftigt sich mit Söldnern, Glücksrittern und Abenteurern - den Männern von überall und nirgendwo Alte Chroniken berichten von "losem Volk aus vielen Ländern", von Menschen, "die bereit waren Böses zu tun". In manchen Geschichtsbüchern steht am Rande, dass die großen Entdecker und Conquistadoren ihre Mannschaften in Hafenkaschemmen und Gefängnissen rekrutierten. Wir suchen die Spuren dieser verlorenen und vergessenen Söhne. Dabei geht es uns weniger um die großen illustren Namen, um Heldengesänge glorreicher Schlachten. Uns geht es um den ignorierten Bodensatz, das menschliche Treibgut. Woher kamen und wohin gingen sie? Was trieb sie? Und wie endeten sie? ________________die Geschichte der Söldner
"Ich leb und ich waiß nit, wie lang.
Ich stirb und waiß nit, wann. Ich far und waiß nit wohin. Mich wundert, daß ich froelich bin." |
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Kriegsreisende ist ein Geschichtsmagazin oder e-zine, dessen Artikel sich der vergessenen Geschichte der Söldner und Abenteurer widmen.
In verschiedenen Rubriken finden Sie Artikel zu sämtlichen Epochen. |
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Archetypisches Verhalten von Kriegern: Für eine Sozialgeschichte oder eine Strukturgeschichte des Söldnertums sind konstantes Archetypisches Verhalten und sich verändernde soziale Verhältnisse von grundlegender Bedeutung. Rituale und Trophäen der Krieger, wie z.B. Skalp- und Kopfjagd bei Skythen, Kelten und Germanen über die Landsknechtszeit bis in die Moderne. Oder aber die rituell-magische Verwandlung des Kriegers in ein Tier, vor allem in den Wolf, den Hund des Krieges. Die Homosexualität bei Kriegern, Soldaten, Kriegsgefangenen und Seeleuten ein verschwiegenes aber bedeutendes Thema. Schon die alten Hochkulturen rekrutierten ihre Söldner unter Barbaren, Bergvölkern, sozialen Unterschichten oder Deklassierten. Die Geschichte der Söldner und Abenteurer in der Antike: Griechische Hopliten waren lange die Eliteinfanterie des Altertums und versorgten z.B. Persien, Ägypten und Karthago mit Söldnern. Im Kampf zwischen Rom und Karthago traf das Bürgerheer der Republik auf die Söldner der Händlerstadt. In den Reiternomaden aus der Steppe wie Skythen, Hunnen, Mongolen oder Ungarn fand man nicht nur den Urtypus des Söldners, sondern auch begehrte Spitzenkräfte. Berittene Bogenschützen waren durch nichts zu ersetzen. Rittersöldner und Fußvolk im Mittelalter: Per Definition schliessen sich Lehnswesen und Solddienst aus, doch um 1000 n.Chr. kann man mit dem Entstehen der Geldwirtschaft einen langsamen Neubeginn beobachten, zuerst in Byzanz und Italien, dann am Niederrhein und in England. Schließlich brachte der Hundertjährige Krieg den Durchbruch des Söldnerwesens. Die Routiers waren zwar militärisch unverzichtbar, aber oft eine verheerende Plage für die Bevölkerung. Im Hochmittelalter beschäftigten Barbarossa und die englischen Könige die sogenannten Brabanzonen, Fußvolk aus Brabant. Um 1400 kämpften in den Kriegen um Schweden die Vitalienbrüder für alle Parteien. Die Renaissance des Fußvolks in der Frühen Neuzeit: Mit den Siegen der Hussiten und Schweizer, der Entwicklung der Feuerwaffen und dem zunehmenden Geldverkehr begann eine neue Epoche. Die Landsknechte entstanden zuerst als Nachahmer der Schweizer und mussten sich gegen diese auf dem Markt behaupten. Landsknechte kämpften in den Niederlanden, Skandinavien, England, Russland, Frankreich und vor allem in Italien gegen die schweizer Konkurrenz. Im Kampf gegen die Türken, vor allem beim Kaperkrieg im Mittelmeer, endeten viele Kriegsgefangene als Galeerensklaven. Mit den Gießern, Feuerwerkern und Kanonieren kamen neue begehrte Spezialisten auf den Markt, sie dienten nicht nur in ganz Europa, sondern auch dem Zaren und dem Sultan bis hin zu den Herrschern von China oder Japan. Glücksritter, Abenteurer und Soldatenhandel im Absolutismus: Der Dreissigjährige Krieg veränderte nicht nur die Kriegsführung gewaltig, sondern hinterließ auch Massen arbeitsloser Veteranen. Er wurde damit auch zum Beginn des Soldatenhandels. Deutsche Abenteurer und Mietregimenter kämpften in Polen und der Ukraine beim großen Kosakenaufstand und später im nordischen Krieg. Aus Not und Abenteuerlust ließen sich viele von der holländischen WIC werben, für den Krieg um Pernambuco in Brasilien. Zahlreiche Mietregimenter verschwanden in Vendigs Krieg gegen die Türkei um Kreta und danach um die Morea. Der Absolutismus wurde einerseits zur großen Zeit der Glücksritter und Abenteurer, andererseits verloren die Söldner ihre letzten anarchischen Freiheiten und wurden zu verschachertem Kanonenfutter. Sie gerieten damit endgültig ins soziale Abseits. Ein eigenes Königreich war der große Traum der Glücksritter. So machte sich einer zum König von Korsika, ein anderer zum Kaiser von Madagaskar, etc. Mit Napoleon erreichte die Epoche einen letzen hybriden Höhepunkt und ihr Ende - Fremdenregimenter und Fremdenlegionen dienten auf allen Seiten. Napoleons schmutziger Krieg in Spanien. Die Legende von den "verkauften Hessen". Im Merkantilismus zeigten sich auffallende Parallelen zwischen Soldaten- und Sklavenhandel. Abenteurer und Legionäre im Imperialismus: Mit dem Nationalismus und der allgemeinen Wehrpflicht ging die Zeit der Söldner ihrem Ende entgegen. Sie führten eine Randexistenz als freischaffende Abenteurer, im Kolonialdienst oder in einer der Fremdenlegionen. Man rekrutierte vor allem unter Emigranten und sozialen Unterschichten. Europäische Paschas im Dienste der Khediven käpften im Mahdiaufstand. In der Südsee fanden Abenteurer und Deserteure als Beachcomber ein letztes Refugium. Dom Pedro der Kaiser von Brasilien versuchte sein Glück mehrmals mit einer deutschen Fremdenlegion. Im Herz der Finsternis: Bei der Gründung von König Leopolds Kongokolonie wurden ebenfalls Söldner verwendet. Zwischen und nach den Weltkriegen: Im 20. Jahrhundert ging die Bedeutung von Söldnern weiter zurück. Lediglich die Weltkriege sorgten noch für einen starken Nachschub an arbeitslosen Veteranen und Emigranten. Bei der Eroberung Marokkos kamen nicht nur die spanische und die französische Fremdenlegion zum Einsatz, einige Deserteure kämpften auch für Abd el Krim. Die Kriegsgefangenen im russischen Bürgerkrieg wurden von Weissen und Roten zum Kriegsdienst gepresst. Im Kalten Krieg arbeiteten Ex-Nazis für die Geheimdienste von Ost und West. Anfang der 60er Jahre sorgten bei der Sezession Katangas und später dem Simbaaufstand weiße Söldner im Kongo für Schlagzeilen. Gegenwart und Zukunft (21. Jahrhundert): Nationalismus und allgemeinen Wehrpflicht beendeten einst das Söldnertum. Zur Zeit scheinen sowohl die großen Ideologien wie auch die Wehrpflicht am Ende: wir erwarten ein Comeback!! In den Kleinkriegen in Afrika, Asien und Kolumbien dominieren Warlords, Kindersoldaten und internationale Profis. Executive Outcomes - Eine Privatfirma offeriert Spezialisten weltweit. Zudem finden Sie: Söldner und Abenteurer in Büchern und Filmen: Buchtipps zu Abenteuerromanen, historischen Romanen, Sachbüchern, Autobiographien... Kriegsfilme, Abenteuerfilme Links zur Militärgeschichte Für Unterrichtsmaterial empfehlen wir diese Seite. |