Eine kleine Geschichte der Söldner
Historische Gestalten auf dem Weg in die Moderne
Vor kurzem nun ist mein Buch erschienen. Um gleich möglichen Missverständnissen vorzubeugen: Es ist
nicht das "Buch zur Website". Zwar gibt es – vor allem für das Mittelalter und die Gegenwart –
einige zentrale Themen und Thesen, die sich hier wie dort finden lassen, aber für das Buch habe
ich den Versuch unternommen, eine Struktur zu finden, die die Zusammenhänge und Entwicklungen
erkennen lässt und zu logischen Schlussfolgerungen führt.
Wie der Untertitel "Historische Gestalten auf dem Weg in die Moderne" schon sagt, geht es in erster
Linie darum, die archetypische Gestalt des Söldners als Werkzeug und Produkt des Modernisierungsprozesses
zu begreifen. Da die Verwendung von Söldnern von der ökonomischen Situation einer Gesellschaft abhängt,
eignen sich Söldner bestens dazu, die Entwicklung der Gesellschaft vor diesem Hintergrund zu beschreiben.
Man kann eine solche, meiner Meinung nach grundlegende Fragestellung jedoch nur angehen, wenn man sich
nicht von den "üblichen Verdächtigen" blenden lässt, sondern versucht die ganze Geschichte im Blick zu
behalten.
"Der Söldner" bietet aufgrund der zahlreichen Vorurteile, Implikation und Mythen, die sich um seine
Gestalt ranken, eine großartige Projektionsfläche. Kein Wunder, dass sich viele Autoren den historischen
Begriff des Söldners zunutze machen. Doch wer kommt schon auf die Idee, dass sich mit diesem Begriff ohne
weiteres auch Blauhelmsoldaten bezeichnet lassen, die von ihren Regierungen an die UNO vermietet werden,
wie weiland die "Mietregimenter" der ärmeren Staaten im Absolutismus? Denn leider gibt es bisher wenig
Lektüre zur Geschichte der Söldner selbst. Es gibt zwar hervorragende Detailstudien von Historikern zu
den verschiedensten Fragestellungen und Epochen, diese wenden sich aber nur an ein kleines Fachpublikum,
oder verzichten auf größere Zusammenhänge. Sei es im Roman oder in den Nachrichten, der Söldner wird dem
Leser meistens als eine Art finstere Gestalt präsentiert, die "schon immer" verräterisch, geldgierig und
mordlustig war. Ich hoffe, ich kann mit meinem Buch dieser Betrachtungsweise weitere Dimensionen hinzufügen.
Seit ich 1997 einen Artikel über den Pfälzer Galeerensklaven Michael Heberer in Damals veröffentlicht habe,
und vor allem seit ich ab 2002 das Magazin Kriegsreisende betreibe, weiß ich, dass mit dem Thema "Söldner"
über den "thrill" hinaus so gut wie niemand ernsthaft zu tun haben möchte. Doch nur wenn man Söldner nicht
einfach als Schurken und Dunkelmänner verkauft, um damit Schlagzeilen zu machen, sondern versucht, sie als
Ausdruck der politisch-sozialen Verhältnisse zu begreifen, kann eine reelle Grundlage geschaffen werden, das
Wesen und Unwesen der privaten Sicherheitsindustrie zu regulieren.
Ich habe mich bemüht, kein abgehobenes, sondern ein verständliches und auch möglichst unterhaltsames
Sachbuch zu schreiben (Geschichte kann ja nur lehrreich sein, wenn sie nicht langweilig ist) und freue mich,
dass das Buch zu einem wohlfeilen Preis von 16.90 EUR erhältlich ist.
Ich möchte an dieser Stelle auch noch an alle treuen Leser meiner Webseite appellieren: nur ein Buch, das
gelesen wird, hat letzten Endes auch Einfluss auf die politische Diskussion. Wenn also jemand meine Meinung
teilt, dass man das Thema nicht den Thriller-Autoren in Nachrichten und Romanen überlassen darf, möge er es
in Foren oder Blogs empfehlen oder gute Bewertungen erteilen. Es ist sicher an der Zeit, Söldner etwas
differenzierter zu betrachten.
Das Buch ist überall im Handel und ab
Verlag/Auslieferung erhältlich.
ISBN: 9783940461124, 304 Seiten, €16,90
Zu beziehen über
Sigloch Verlagservice /adatia
Tel: 0049 7953 883 757
Mail: verlagservice@sigloch.de
Oder direkt bei Amazon bestellen.
Außerdem ist es als ebook erhältlich
ISBN: 9783940461148, € 12,99
(z.B. bei Amazon)
Hier ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis:
I. Die Unpatrioten
II. Ein Beruf wird neu entdeckt - (ca. 1000-1300)
Schwertkönige (die Normannen in Italien)
Die Männer des Cid (Christen im Dienst der Moslems)
Gegen den Adel (die normannischen Könige in England)
Das Fußvolk (die große Katalanische Kompanie)
Wes Brot ich ess... (das Gefolge im Haushalt)
III. Der Aufstieg - (ca. 1300-1480)
Der Feind Gottes (Werner von Urslingen)
Condottieri (Italien im 14.Jahrhundert)
Der Hundertjährige Krieg (Frankreich)
Der Bascot (Biografie eines Söldners)
Der Herbst des Mittelalters
IV. Das goldene Zeitalter - (ca. 1480-1650)
Den Schrecken in den Feinden mehren (Landsknechte u. Schweizer)
Arme Schiebochsen (das Fußvolk)
Die weite Welt (die Entdecker)
Die Schätze des Orients (Dienst bei der VOC)
Abenteurer und Soldaten
V. Der Abstieg beginnt - (ca. 1650-1815)
Die verkauften Regimenter (Soldatenhandel)
Sklaven für vier Pennys täglich (Surinam)
Glücksritter (Instrukteure in Indien)
Der Anfang vom Ende (die Französische Revolution)
Die Söldlinge Albions (die Königlich Deutsche Legion)
Vom Rauben und Morden
VI. Ausverkauf - (ca. 1815-1914)
Libertad (Bolivars Legionäre)
Träumer, Revolutionäre...Legionäre (Philhellenen u.a.)
Des Weißen Mannes Bürde (Fremdenlegion)
Kriegstourismus
VII. Das Ende vom Lied? – (ca. 1918-1990)
Armeen im Exil (die Weißrussen im Exil)
Spanien und Marokko
Fall der Weißen Riesen (Kongo u. Biafra)
Spezialisten (Piloten)
Adrenalinjunkies
VIII. Postmoderne (ca. 1990 und danach)
Greencard-Soldaten (Rekrutierung von Immigranten)
Mietregimenter (Söldner im Dienst der UNO)
PMCs (Executive Outcomes u. Blackwater)
Bilder und Mythen (Söldner in den Medien)