Romane über Söldner, Abenteurer und schmutzige Kriege.

Unter der Flut historischer Romane, die zur Zeit die Buchhandlungen überschwemmt, interessiert uns das meiste nicht weiter, da es entweder richtig schlecht ist oder zu unserem Thema wenig beizutragen hat. Wir möchten lediglich einige Bücher vorstellen, die sich mit ähnlichen Themen wie unsere Artikel beschäftigen. Dabei interessiert uns vor allem, ob diese Geschichten einen realen Hintergrund haben, und natürlich inwiefern das historische Ambiente halbwegs akzeptabel umgesetzt ist.

Viele aber nicht jeder Titel handelt zwangsläufig von Söldnern oder Abenteurern, viel wichtiger ist uns, dass das Umfeld und die Verhältnisse gut gezeigt werden, aus denen sie kamen und in denen sie wirkten.

Vor allen Dingen jedoch empfehlen wir gute und spannende Unterhaltungsliteratur, deren Lektüre sich wirklich lohnt.

Cormac McCarthy: Die Abendröte im Westen

Die Geschichte amerikanischer Sklapjäger, die von der mexikanischen Regierung als Söldner gegen die Indianer des Grenzlandes angeworben wurden, bildet den realen Hintergrund des Romans. Cormac McCarthy beschreibt Gewalt und Wahnsinn dieser Kämpfe in Bildern, die an Hieronymus Bosch erinnern.
Es geht um Krieg und die Männer die ihn führen und dabei die Reste der zivilisatorischen Tünche verlieren. Der Leser erhält den Eindruck, dass Grenzkriege wahrscheinlich immer so waren zur Zeit der Kreuzzüge, der Conquista, im Wilden Feld...
Ein gewaltiges Buch!!


ein absoluter Hit!

Gustave Flaubert: Salambo

Der Roman über die Söldner der Antike. Wer etwas über Hanibals Truppen wissen möchte, sollte hier nachlesen - alle anderen Romane (wenn auch manchmal hochgelobt) sind Makulatur!
Die Massenszenen sind so eindringlich beschrieben, dass ein Großteil der Fantasyautoren bis heute dort abschreibt.

lesen Sie dazu den Artikel: Der Söldnerkrieg


ein absoluter Hit!

Ramón J. Sender: Imán

Einer der ganz wenigen ganz großen Antikriegsromane. Der historische Hintergrund ist das Desaster der spanischen Armee bei Annual 1921. In diesem Roman erfährt man mehr über den schmutzigen Krieg in Marokko als in den gesamten Fremdenlegionärsromanen und -memoiren.
Seit kurzem gibt es anscheinend auch eine deutsche Ausgabe.

ein absoluter Hit!

T. Coraghessan Boyle: Wassermusik

Nur oberflächlich ein Roman um den Afrikaforscher Mungo Park, genauer besehen aber eine detailverliebte Beschreibung der Besessenen, Getriebenen und ewigen Verlierer am Anfang der Kolonisation Afrikas.

ein absoluter Hit!

Rudyard Kipling: Kim

Jeder, der sich für das Indien der Kolonialzeit interessiert, sollte Kim als Einführung lesen. Man findet hier zwar nichts über Söldner, dafür aber um so mehr Ambiente.

ein absoluter Hit!

Larry McMurtry: Weg in die Wildnis

Roman um zwei alte Abenteurer und ihre lange Reise in den Ruhestand. Nicht einfach ein "Western", sondern ein großartiges Buch über die letzten Krieger im Westen mit herrlichen Beschreibungen und wunderbaren Dialogen.

ein absoluter Hit!

Margaret Mitchell: Gone With The Wind

Viele Leute kennen leider nur den Film und haben deshalb auf den Genuss dieses großartigen Buches verzichtet.
Bevor nun jemand einwendet, was diese "Schmonzette" denn mit Söldnern zu tun habe, möchten wir klarstellen, dass es sich dabei wahrscheinlich um das beste Buch zum Bürgerkrieg handelt und dass Rhett Butler eine der gelungensten Abenteurergestalten der Weltliteratur ist.

ein absoluter Hit!

George R.R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer

Ganz im Gegensatz zu Übervater Tolkien, bei dem man die guten Lichtgestalten von den üblen Finsterlingen bereits am Klang der Namen unterscheiden kann, zeichnet Martin komplexe Charaktere. Große Helden erweisen sich gerne als selbstgerechte Naivlinge, ehemalige Schurken entwickeln manchmal tatsächlich Charakter.
Vor allen Dingen aber zeigt Martin – ebenfall im Unterschied zu Tolkien – Krieg nicht als heroisches Gemetzel. Mit großen Schlachtbeschreibungen gibt er sich kaum ab. Bei ihm geht es vor allem um die Auswirkungen auf die kleinen Leute: Plünderungen, Mord, Folter und Vergewaltigungen.
Seine Anregungen besorgte er sich wahrscheinlich in Fachliteratur zum Hundertjährigen Krieg und den Albigenserkriegen. Und so sind trotz aller Fantasy, mit der er übrigens recht sparsam umgeht, ausgesprochen realistische Romane entstanden, die mittelalterliche Kriege in vielem eindringlicher und ralistischer als viele so genannte "historische" Romane beschreiben.

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ein absoluter Hit!

Joseph Conrad: Herz der Finsternis

Conrad war selbst kurz als Söldner im Kongo und hat seine Eindrücke in diesem Roman verarbeitet. Alle, die Colonel Kurtz nur aus Apocalypse Now kennen, sollten vielleicht hier einmal nachlesen.

lesen Sie dazu den Artikel: Im Herz der Finsternis



ein absoluter Hit!

Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimius

Das Buch über die Söldner und Abenteurer des 17. Jahrhunderts. Nicht nur ein Literaturklassiker, sondern immer noch gut zu lesen!

ein absoluter Hit!

Martin Compart: Die Lucifer-Connection

Die Spur von Kinderhändlern und Satanisten führt Privatdetektiv Gill schließlich in den Dschungel von Sierra Leone, wo er sich mit Veteranen der RUF auseinandersetzen muss, die dort immer noch ihrem grausigen Handwerk nachgehen. Auch wenn Gill den übelsten europäischen Schlächtern gewachsen ist, so benötigt er für seinen Privatkrieg im Busch die die Schützenhilfe einer Söldnerfirma.
Gerade in dem in Sierra Leone angesiedelten Mittelteil merkt man, dass sich Compart eingehend mit den Ereignissen des blutigen Bürgerkriegs und besonders der Geschichte von Executive Outcomes auseinandergesetzt hat.
Als spannende, politisch incorrecte Unterhatungsliteratur voll und ganz zu empfehlen.

lesen Sie dazu den Artikel: Blood Diamond

sehr zu empfehlen!

George Orwell: Tage in Burma

Es gibt wohl kaum ein besseres Buch über Langweile und Stupidität des Kolonialdienstes als dieses.

sehr zu empfehlen!

Stephen Becker: Der chinesische Bandit

Spannender Roman um einen Abenteurer im China der Warlords.

sehr zu empfehlen!

Joseph Conrad: Lord Jim

Wer etwas über die Abenteurer in der Südsee vom Kaliber eines Bully Hayes wissen möchte, bekommt hier von Conrad wieder als Insider ein stimmiges Bild der Zeit.

sehr zu empfehlen!

Frans G. Bengtsson: Die Abenteuer des Röde Orm

Das Cover verspricht Schlimmes. Zum Glück verbirgt sich dahinter aber der Klassiker der Wikingerromane. Ungemein kenntnisreich und in einer der Sache meisterhaft angepassten Sprache berichtet Bengtsson von den Abenteuern einiger Wikinger, u.a. als Söldner im Dienst des großen Al-Mansur und der Warägergarde des Kaisers von Byzanz.

lesen Sie dazu den Artikel: Die Warägergarde


sehr zu empfehlen!

Grimmelshausen: Lebensbeschreibung der Erzbetrügerin und Landstörzerin Courasche

Die Welt der Marketender, Heeresfolgerinnen und kleinen Geschäftemacher meisterhaft beschrieben von einem Insider.

sehr zu empfehlen!

Eric Ambler: Waffenschmuggel

Kein Roman über Söldner aber über das Ambiente, in dem sie gedeihen wie Pilze auf einer feuchten Wiese. Außerdem erfährt man - wie so oft bei Ambler - etwas über einen kleinen längst vergessenen Krieg.

sehr zu empfehlen!

Eric Ambler: Schirmers Erbschaft

Ein Kriminal- aber eben auch ein Söldnerroman. Ohne die sonst so beliebten Heroisierungen erfährt man - wie immer bei Ambler - etwas über die kleinen vergessenen Leute, die ihren persönlichen Ausweg aus dem großen Schlamassel suchen.

sehr zu empfehlen!

Carl Amery: An den Feuern der Leyermark

Es handelt sich hier um eine Was-wäre-wenn-Geschichte, die zur Zeit des preußisch-österreichischen Krieges angesiedelt ist. Ein bayrischer Beamter kauft aus Restbeständen des amerikanischen Bürgerkrieges 560 Repetiergewehre, so genannte "Godfrey-Rifles". Dabei ist ihm aber nicht bewusst, dass er mit den Gewehren gleich die dazu gehörenden Scharfschützen bestellt hat.
So treten diese 560 Abenteurer als Söldner in den Dienst des bayrischen Staates und machen mit ihren Repetiergewehren mit der preußischen Armee schnell Schluss. Anschließend entwickelt sich unter ihrem Einfluss zuerst Bayern dann ganz Deutschland zu einer Art Mischung aus Räterepublik und Schweizer Eidgenossenschaft. Man braucht eigentlich nicht zu erwähnen, dass danach solche Katastrophen wie der Erste und der Zweite Weltkrieg entfallen.

sehr zu empfehlen!

Terry Kajuko: Képi Blanc's Paras

Dieser "Doku-Roman" basiert auf den Erlebnissen ehemaliger Fremdenlegionäre. Ohne Heroisierung und dennoch spannend wird im wesentlichen die verhängnisvolle Schlacht von Dien Bien Phu beschrieben. Obwohl die einfachen Legionäre im Vordergrund stehen, wird dennoch auf die größeren strategischen und politischen Zusammenhänge verwiesen.
Einen besonderen Reiz machen die 260 Abbildungen aus, die zum guten Teil Privatbesitz entstammen und deshalb oft völlig unbekannt sind.

sehr zu empfehlen!

Graham Greene: Der stille Amerikaner

Der Roman zeigt den Beginn des amerikanischen Engagements in Vietnam. Ein "alter Europäer" - ein französischer Journalist - ringt mit einem jungen "idealistischen" Amerikaner um eine vietnamesische Geliebte.

sehr zu empfehlen!

Alexandre Dumas: Die drei Musketiere

Einer der ganz großen Klassiker der Abenteuerliteratur. Vermittelt einen guten Einblick in das Soldatenleben der Oberschicht des 17. Jahrhunderts. Dass der Held Gascogner ist, sollte man nicht für Zufall halten.

sehr zu empfehlen!

Ernst Jünger: Afrikanische Spiele

Aus Abenteuerlust floh ErnstJünger von der Schulbank in die Legion. Obwohl er dort nur drei Wochen aushalten musste, ist doch eines der besten Bücher über die Fremdenlegion entstanden. Es berichtet vor allem, von den Trämen dieser jugendlichen Abenteurer, die zuvor die Memoiren von Slatin Pascha u.a. gelesen hatten.

lesen Sie dazu den Artikel: Die französische Fremdenlegion


sehr zu empfehlen!

Joseph Roth: Die Flucht ohne Ende

Wie viele Autoren der 20er Jahre beschäftigt sich Roth mit der "lost Generation", die ihre Ideale im Ersten Weltkrieg verloren hat. Ein österreichischer Offizier kommt in russische Gefangenschaft und schließt sich dann aus Abenteuerlust der Roten Armee an. Als er in die Heimat zurückkehrt, bleibt er ein Fremder.

sehr zu empfehlen!

Hans Leip: Godekes Knecht

Wenn auch aus den 20er Jahren, so doch einer der wenigen lesbaren Romane über die Likedeeler. Beschrieben aus der Sicht des davongelaufenen Klerikers Magister Wikbold.
Leip schrieb später noch eine allgemeine Piratengeschichte und wurde berühmt als der Verfasser von "Lili Marleen".

lesen Sie dazu den Artikel: Die Vitalienbrüder


sehr zu empfehlen!

Friedrich Glauser: Gourrama

Nicht nur der Roman über die Fremdenlegion in den Zwanziger Jahren schlechthin, sondern auch ein Buch über Söldner in einem vergessenen Außenposten am Ende der Welt. Man kann sich gut vorstellen, dass sich die Musketiere der VOC oder römische Legionäre sehr ähnlich verhielten.

lesen Sie dazu den Artikel: Homosexualität


sehr zu empfehlen!

James Ellroy: Ein amerikanischer Thriller

Die Verqickung von Mafia und CIA, von Politik und organisiertem Verbrechen, von Kriminellen und Söldnern zur Zeit der Kubakrise. Ellroy zeigt wie immer Amerika von seiner finstersten Seite und hat beim politischen Ambiente nur wenig hinzuerfunden.

sehr zu empfehlen!

James Ellroy: Ein amerikanischer Alptraum

Der 2. Teil der Triologie beschreibt die Zeit der Rassenunruhen und des Engagements in Vietnam. Dazwischen Kriminelle und Söldner in den Diensten von Mafia, CIA und FBI. Mit Heroin aus Laos soll ein neuer Putsch auf Kuba finanziert werden. Ellroy hat das Tempo noch einmal gesteigert und zeigt, warum er inzwischen als der Thrillerautor in den USA gilt.

sehr zu empfehlen!

Ahmadou Kourouma: Die Nächte des großen Jägers

Ich möchte ein just gelesenes Buch empfehlen, dass mir wirklich saugut gefallen hat und ausserdem aus einer Weltgegend stammt, die sonst literarisch bei uns eher unterrepräsentiert ist, nämlich Afrika.
Ahmadou Kourouma aus der Elfenbeinküste beschreibt in "Die Nächte des großen Jägers" die prototypische Karriere eines schwarzafrikanischen Diktators namens Koyaga, für den die Person des togolesischen "Präsidenten Gnassingbé Eyadéma" Pate gestanden haben soll.
Koyaga wächst auf im Stammesgebiet eines fiktiven westafrikanischen Landes, dient bei den Senegalschützen und putscht sich nach der Unabhängigkeit an die Macht. Für das Gelingen des Putsches und das Überleben diverser Staatsstreiche sind Zauberei, Talismane und Charisma wichtiger als Feuerkraft oder Geld. Überhaupt sind Zauberei und Magie die ganze Zeit über reale und selbstverständliche Bestandteile des Geschehens.
empfohlen von unserem Leser Lennart

sehr zu empfehlen!

Ahmadou Kourouma: Allah muss nicht gerecht sein

Ein Buch über Kindersoldaten in Liberia und Sierra Leone. Auch wenn es vielleicht manche nicht glauben wollen, hat es weit mehr mit Söldnertum zu tun als diverse Produkte aus Hollywood.
Wer heute über Söldner spricht, sollte auch einmal an diese Kindersoldaten denken, die inzwischen weltweit einen immer höheren Anteil der Kombattanten stellen.

sehr zu empfehlen!

Pearl S. Buck: Söhne

Aufstieg und Fall einer Familie im China am Anfang des 20. Jahrhunderts. Für uns sehr interessant, die Karriere eines jener Warlords, die damals die chinesische Geschichte entscheidend beeinflussten.

sehr zu empfehlen!

John LeCarre: Geheime Melodie

Ein Dolmetscher für afrikanische Dialekte wird Zeuge eines Putschversuchs im Ostkongo. Der Verbindungen zwischen britischen Politikern, Minengesellschaften, Söldnerfirmen und einheimischen Milizen werden hervorragend beschrieben. Hintergrund war sicher teilweise der gescheiterte Putschversuch in Äquatorialguinea.

lesen Sie dazu den Artikel: Äquatorialguinea


sehr zu empfehlen!

Frederick Forsyth: Die Hunde des Krieges

An Forsyths Roman fasziniert vor allem die exzellente Kenntnis des Söldnermarktes und der Welt der Waffenschieber. Wahrscheinlich war Forsyth über einen real geplanten Putsch in Westafrika unter dem Söldnerführer Taffy Williams informiert.
Leider ist er jedoch etwas seiner eigenen Faszination erlegen, so dass der Roman deutlich zu heroisierend geraten ist.

lesen Sie dazu den Artikel: Katanga

zu empfehlen!

Johannes Tralow: König Neuhoff

Nicht nur ein Roman über den berühmten Abenteurer, sondern vor allem über das Ambiente, in dem er und seinesgleichen gedeihen konnten.

lesen Sie dazu den Artikel: Die Söhne des Glücks



zu empfehlen!

Johannes Soyener und Wolfram zu Mondfeld: Der Meister des siebten Siegels

Faszinierende auf realem Hintergrund basierende Biographie eines Abenteurers und Geschützgießers im 16.Jahrhundert. Die Autoren verstehen außergewöhnlich viel von der Arbeit dieser gesuchten Spezialisten.

zu empfehlen!

Henryk Sienkiewicz: Mit Feuer und Schwert

Roman über die Zeit des großen Kosakenaufstandes unter Chmielnicki. Gekonnt und kenntnisreich beschreibt der Nobelpreisträger die Massaker und Gräueltaten beider Seiten.

lesen Sie dazu den Artikel: Im Wilden Feld



zu empfehlen!

Jack London: Südseegeschichten

Die Südsee zur Zeit der Beachcomber und Blackbirder mit all ihren Schlichen und Grausamkeiten.
Seit kurzem gibt es auch wieder eine deutsche Ausgabe.

lesen Sie dazu den Artikel: Die Beachcomber



zu empfehlen!

Elmore Leonhard: Cuba Libre

Ein amerikanischer Abenteurer gerät als Waffenschmuggler in die Revolutionswirren auf Cuba 1898. Äußerst unterhaltsam erzählt von einem der Großmeister des amerikanischen Kriminalromans.

zu empfehlen!

Bruno Frank: Cervantes

Roman um den großen spanischen Schriftsteller, der aber nicht nur den Quijote geschrieben hat, sondern auch an der Seeschlacht von Lepanto teilnahm und jahrelang als Sklave in Algier lebte.

lesen Sie dazu den Artikel: Kaperkrieg im Mittelmeer



zu empfehlen!

John Steinbeck: Eine Handvoll Gold

Nicht gerade der größte Roman des Nobelpreisträgers, aber immerhin ein spannendes und unterhaltsames Buch über Leben und Karriere des berüchtigten englischen Piraten Henry Morgan.

zu empfehlen!

Tom Clancy: Das Kartell

Wie immer bei Clancy direkt für Hollywood geschrieben. Deshalb zu viel Aktion, Patriotismus und strahlende Helden. Dennoch zeigt der Roman mit erstaunlicher Sachkenntnis, wie sich die CIA in schmutzige Operationen in Kolumbien verwickeln lässt und diese dann durchführt. Der Iran-Contra-Skandal stand sicher dabei Pate.

zu empfehlen!

Ortwin Kirchmayr: Die Weißen Riesen

Söldnerroman vor dem Hintergrund der Kämpfe im Kongo 1965. Zeitnah (1966), ohne Heroisierung und mit viel Sachkenntnis beschreibt der Autor den kleinen schmutzigen Krieg und seine "Helden". Wir vermuten, dass er als Journalist vor Ort war.

lesen Sie dazu den Artikel: Katanga


zu empfehlen!

Mika Waltari: Michael der Finne

Michael der Finne, ein eher naiver Typ, wandert durch das Europa des 16. Jahrhunderts. Erlebt dabei dann den Sacco di Roma, die Belagerung Wiens und macht als Renegat Karriere im Dienste des Sultans.
Der historische Hintergrund ist dabei hervorragend recherchiert.

zu empfehlen!

Minette Walters: Des Teufels Werk

Spannender Thriller um eine Journalistin, die entdeckt, dass ein Söldner das Chaos in Sierra Leone und im Irak für seine privaten Mordgelüste nutzt. Der Hintergrund ist gut recherchiert und das Buch wie (fast) immer von Walters gut geschrieben.

zu empfehlen!

Irène Frain: Nabob

Äußerst bescheidener Roman über den französischen Abenteurer Madec in Hindustan. Aber immerhin gibt zu dem gesamten Themenkreis sonst nichts in deutscher Sprache.

kann man lesen!

Caleb Carr: Der vergessene Held

Ein Roman über die an der Niederwerfung des Tai-Ping-Aufstandes beteiligte Söldnertruppe unter Frederick Townsend Ward. Wie so oft aber leider viel zu glorifizierend und heroisierend. Immerhin der einzige in Deutsch erschienene Roman zum Thema.

kann man lesen!

Peter Forbath: Der letzte Held

Roman um Stanleys Emin-Pascha-Expedition. Leider sehr amerikanisch, da aus purer Heroisierung einige Gefechte schlichtweg erfunden werden, als ob das Desaster der Expedition nicht ausreichen würde.

kann man lesen!

Edgar Wallace: Afrikaromane

Edgar Wallace hat eine ganze Reihe davon geschrieben. Arrogant und rassistisch wie sie sind, kann man sie eigentlich nur deshalb lesen um einen Einblick in das Selbstverständnis der britischen Kolonialbeamten um die Jahrhundertwende zu bekommen.

kann man lesen!

Javier Cercas: Die Soldaten von Salamis

Die Geschichte des spanischen Bürgerkriegs aus der Perspektive der Gefangenen, Verlierer und Deserteure. Zum Teil erzählt von einem Veteran, der nach dem Bürgerkrieg wie viele Rotspanier in der Fremdenlegion Zuflucht suchte.
Im Moment in Spanien ein Bestseller.

kann man lesen!

P.C. Wren: Beau Geste

Der Legionärsroman zumindest für alle, die sich mehr für Märchen als für Geschichte interessieren. Immerhin hat wohl kein Buch die populären Mythen der Legion so beeinflusst wie dieses, bis hin zu Snoopy und Laurel und Hardy (sicher eine angemessene Verarbeitung dieser Schmonzette).

dieses Buch meiden!

Robin Moore: Bitterer Zucker

Angeblicher Tatsachenroman um einen amerikanischen Söldner während der Revolution auf Cuba. Das einzige, was für die Authentizität des Romans spricht, ist allerdings sein schlechter Stil, dem das Cover voll gerecht wird.

dieses Buch meiden!

Arthur Conan Doyle: The White Company

Eigentlich ein Roman um die berühmteste englische Söldnerkompanie des Mittelalters. Die dann allerdings zwischen Liebesgeschichte und Heldengetue kaum vorkommt.

dieses Buch meiden!

Alex Capus: Munzinger Pascha

Wir hätten uns über eine Munziger-Biographie sicher gefreut. Leider reichte dem Autor offensichtlich das Material nicht, so dass er die biographischen Daten mit einer äußerst banalen Nebenhandlung verquickt.
Unser Tipp: Geld und Zeit sparen!

dieses Buch meiden!

Arturo Pérez-Reverte: Alatriste

Angeblich eine Serie um einen Söldner. Dennoch total mit Patriotismus überfrachtet. Wir empfehlen das Orginal: Die Drei Musketiere.

dieses Buch meiden!

Wilbur Smith: Schwarze Sonne

Der Roman spielt während der Unruhen im Kongo 1961 und lässt kein noch so banales Klischee aus: ein guter und ein böser Söldner, eine jungfräuliche Geliebte, schwarze Kannibalen und ein betrunkener Arzt, der einen Kaiserschnitt machen muss.

dieses Buch unbedingt meiden!

Gisbert Haefs: Hannibal

Es ist geradezu unglaublich, wie ein moderner Autor ein derartig mieses Heldenepos abgeben kann. In den 30er Jahren wäre das sicher angebracht gewesen. Was man heute mit so einem Buch will, können wir leider nicht verstehen.

dieses Buch unbedingt meiden!

Frank Schätzing: Die dunkle Seite

Der Roman einfach nur schlecht und billig. Er zeigt lediglich, wie manche Autoren allein aus banalen Allgemeinplätzen und ohne jedes Hintergrundwissen über Fremdenlegionäre und Söldnerfirmen eine Geschichte zusammenschustern.

dieses Buch unbedingt meiden!